Chronik des Sportschützenvereins Wilhelmshausen 1919 e.V.
1919 – Die Gründung des Schießclubs
Im Frühjahr des Jahres 1919 fassten 23 schießsportbegeisterte Männer aus Wilhelmshausen den Entschluss, ihrer Leidenschaft für den Schießsport in organisierter Form nachzugehen. Sie gründeten den „Schießclub 1919 Wilhelmshausen“, aus dem später der heutige Sportschützenverein Wilhelmshausen 1919 e.V. hervorging.
Aus den frühen Jahren des Vereins sind leider nur wenige Unterlagen erhalten geblieben. Eine der wenigen Erinnerungen ist eine Fotografie der damaligen Gründungsmitglieder.
Bekannt ist jedoch, dass die Schützen ihren Sport mit Zimmerstutzen und Kleinkalibergewehren ausübten. Geschossen wurde sowohl in den Sälen der Gastwirtschaften Böttger und Schoppe als auch im Freien auf dem Turnplatz an den Teichen am Mühlgraben.
1945 – Stilllegung nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung Deutschlands durch die alliierten Streitkräfte wurden alle Schützenvereine aufgelöst beziehungsweise stillgelegt. Die Ausübung des Schießsports war in dieser Zeit nicht erlaubt.
Damit endete zunächst die Vereinstätigkeit des Schießclubs Wilhelmshausen.
1958 – Der Neubeginn
Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der allmählichen Normalisierung des öffentlichen Lebens entstanden vielerorts wieder Schützenvereine.
Auch in Wilhelmshausen regte sich erneut das Interesse am Schießsport. Am 27. Dezember 1958 trafen sich 36 schießsportbegeisterte Männer, um den Grundstein für einen Neubeginn zu legen.
Da bereits im Jahr 1958 wieder sportliche Aktivitäten stattfanden, wurde dieses Jahr vom Hessischen Schützenbund offiziell als Gründungsjahr des heutigen Vereins anerkannt.
1959 – Offizielle Vereinsgründung
Am 18. Januar 1959 wurde der Verein schließlich offiziell mit 19 Mitgliedern neu gegründet.
Die ersten Jahre des Neubeginns waren geprägt von großem Engagement und Gemeinschaftssinn. Geschossen wurde mit Luftgewehr, Luftpistole sowie mit Kleinkalibergewehr. Auch mit Sportpistole und Freier Pistole konnten bereits früh beachtliche sportliche Ergebnisse erzielt werden.
Von den damaligen „Pionieren“ sind auch heute noch einige dem Verein verbunden – ein Zeichen für die starke Verbundenheit mit dem Verein.
1966 – Erweiterung der sportlichen Möglichkeiten
Mit dem wachsenden Interesse am Schießsport entstand der Wunsch nach besseren Trainingsmöglichkeiten. Im Jahr 1966 wurde deshalb in Eigenleistung ein Schießstand in der Gaststätte „Zum Reinhardswald“ eingerichtet.
Dieser Schießstand bildete für einige Jahre die sportliche Heimat des Vereins.
1969 – Öffnung für weibliche Mitglieder
Ein wichtiger Schritt in der Vereinsentwicklung erfolgte im Jahr 1969:
Von diesem Zeitpunkt an war es auch Damen möglich, Mitglied im Schützenverein zu werden.
Dies trug wesentlich zur weiteren Entwicklung und Belebung des Vereinslebens bei.
1976 – Planung eines eigenen Schützenhauses
Mit zunehmender Mitgliederzahl und steigender sportlicher Aktivität erwies sich der vorhandene Schießstand bald als zu klein.
Da eine Erweiterung nicht möglich war, reifte im Vorstand unter dem Vorsitz von Bernd Millat der Entschluss, ein eigenes Schützenhaus zu errichten.
Im Jahr 1976 begannen die konkreten Planungen für dieses ehrgeizige Projekt.
1981 – Bau und Einweihung des Schützenhauses
Der Bau des neuen Schützenhauses wurde zu einer außergewöhnlichen Gemeinschaftsleistung des gesamten Dorfes. In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden entstand innerhalb von nur 14 Monaten eine moderne Vereinsanlage.
Das neue Schützenhaus umfasste:
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eine Schießanlage mit 9 automatischen Schießbahnen für Luftdruckwaffen
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großzügige Gesellschaftsräume
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verschiedene Funktionsräume für den Vereinsbetrieb
Im Jahr 1981 konnte das Schützenhaus schließlich in einem feierlichen Rahmen seiner Bestimmung übergeben werden.
Mit dem eigenen Vereinsheim begann für den Verein eine neue Phase der sportlichen Selbstständigkeit, zugleich aber auch die Verantwortung für den Erhalt und die Pflege des Gebäudes.
Durch zahlreiche freiwillige Arbeitseinsätze wurde das Haus im Laufe der Jahre immer wieder renoviert, instandgesetzt und erweitert.
Allen Mitgliedern und Helfern, die sich in Vergangenheit und Gegenwart ehrenamtlich für den Verein eingesetzt haben, gilt an dieser Stelle ein besonderer Dank.
2022 – Umbau, Renovierung und Einweihung des elektronischen Schießstandes
Sportliche Entwicklung und Erfolge
Der Sportschützenverein Wilhelmshausen kann auf viele erfolgreiche Jahre im Wettkampfsport zurückblicken.
Die Schützinnen und Schützen nahmen regelmäßig an Rundenwettkämpfen des Hessischen Schützenverbandes auf Kreis-, Gau- und heutiger Bezirksebene teil.
Darüber hinaus konnten Mitglieder des Vereins beachtliche Erfolge bei Landesmeisterschaften, Deutschen Meisterschaften und sogar bei Europameisterschaften erzielen.
Vereinsleben und Tradition
Neben dem sportlichen Erfolg spielt auch das gesellschaftliche Leben im Verein eine wichtige Rolle.
Traditionell veranstaltet der Verein jedes Jahr ein Schützenfest und richtet eine Sportwoche aus, zu der zahlreiche örtliche Vereine eingeladen werden.
Innerhalb des Kuratoriums der Vereine pflegt der Sportschützenverein freundschaftliche Beziehungen zu den anderen Vereinen des Ortes.
Der Verein heute
Heute zählt der SSV Wilhelmshausen rund 150 Mitglieder.
Aktiv beteiligt sich der Verein am Wettkampfbetrieb mit:
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einer Luftpistolenmannschaft
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drei Luftgewehrmannschaften, davon zwei Auflagemannschaften
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einer Sportpistolenmannschaft
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zwei Kleinkalibergewehrmannschaft
- eine große Schützenjugend
Wie viele Sportvereine steht auch der Schützenverein heute vor der Herausforderung, junge Menschen für den Schießsport zu begeistern. Dennoch blickt der Verein optimistisch in die Zukunft.
Mit Engagement, Gemeinschaftssinn und der Freude am Sport wird der Verein auch weiterhin seinen festen Platz im Vereinsleben von Wilhelmshausen behalten.
Denn für den Sportschützenverein Wilhelmshausen gilt seit jeher:
Der Weg ist das Ziel.







